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Berufsbild: Steuerberater*in

Berufsbild: Steuerberater*in

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es den Beruf Steuerberater*in. Schon im alten Rom gab es steuerberatende Menschen, was diesen Beruf zu einem sehr traditionsreichen macht.

Außerdem ist er einer der sichersten Berufe für die Zukunft, denn gute Steuerberater*innen werden sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Bereich immer gebraucht. Die Steuerberatung ist fachlich unglaublich interessant und vielseitig, wenn man sich für steuerliche und wirtschaftliche Themen faszinieren kann.

Wer sich karrieremäßig zur/zum Steuerberater*in orientiert, benötigt die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden, sich über Neuheiten zu informieren und sollte mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein ausgestattet sein.

Als Steuerberater*in genießt du das uneingeschränkte Vertrauen deiner Mandanten, denn du hast Einblick auf ihre gesamten finanziellen Angelegenheiten und du bist es, der sie bestmöglich berät.

Eine gewisse Vorliebe für den Umgang mit Zahlen, den Menschen und analytisches und kaufmännisches Denken sollten in dir stecken, um ein*e erfolgreiche*r Steuerberater*in zu werden.

In Deutschland gehört die Steuerberatung zu den freien Berufen und Kammerberufen. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt.

Wir erklären dir in diesem Artikel, wie du Steuerberater*in werden kannst, jedoch werfen wir zunächst einmal den Blick auf einige exemplarische Aufgabenbereiche der Steuerberatung.

Aufgaben von Steuerberater*innen

Laufende Mandantenbetreuung (Buchhaltung, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen)

In diesem Aufgabengebiet übernimmst du als Steuerberater*in die laufende Buchführung für deine Mandant*innen. Arbeitgeber unterstützt du durch die Anfertigung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen.

Außerdem fallen Aufgaben wie Jahresabschlüsse (inklusive Anhänge, Erläuterungsberichte, Einnahmenüberschussrechnungen) sowie Steuererklärungen in diesen Bereich.

Steuerrechtsdurchsetzung

In diesen Bereich fällt beispielsweise die Überprüfung der Steuerbescheide der Finanzämter. Vor Gerichten vertrittst du deine Mandant*innen im Bereich der Steuerrechtsdurchsetzung zum Beispiel in Steuerstrafangelegenheiten und berätst diese in laufenden Bußgeldverfahren und bei anstehenden Außenprüfungen.

Steuergestaltung & Beratung

In diesem Aufgabenfeld berätst du deine Mandant*innen, wie sie ihre steuerliche Belastung optimieren und sogar verringern können. Ebenso berätst du bei Unternehmensgründungen, Personal- und Investitionsentscheidungen sowie im privaten Bereich der Mandant*innen.

Betriebswirtschaftliche Beratung

Im Bereich der betriebswirtschaftlichen Beratung unterstützt du deine Mandant*innen, indem du Kalkulationen, Wirtschaftlichkeitsrechnungen oder Kostenrechnungen erstellst. Du berätst bei anstehenden Finanzierungen, Finanzplänen und Kreditwünschen. Auch bei organisatorischen Fragen wie Verwaltungs- oder Betriebsabläufe kannst du unterstützen.

Freiwillige Prüfungen

In diesem Aufgabengebiet führst du freiwillige Prüfungen von Unternehmen durch. Die Erteilung von Bescheinigungen zu steuerrechtlichen Vorgaben gehört auch in deinen Bereich.

Außerdem kannst du als unabhängige*r Gutachter*in in Strafverfahren tätig werden und bei laufenden Insolvenzverfahren treuhänderische Aufgaben übernehmen.

 

Wie werde ich Steuerberater*in?

Viele Wege führen nach Rom und auch einige führen zum Beruf “Steuerberater” Wer Steuerberater*in werden will, muss sich schon Jahre vorher entsprechend vorbereiten und seine Karriereplanung darauf ausrichten.

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, welche Wege du einschlagen kannst:

Bildungsweg Bildungsgrad Praktische Berufserfahrung
Ausbildung Steuerfachangestellte*r oder gleichwertige (kaufmännische) Ausbildung 8 Jahre
Fortbildung Steuerfachwirt*in oder Bilanzbuchhalter*in 7 Jahre
Studium Bachelor oder Master 2-3 Jahre (je nach Regelstudienzeit)

 

Am Ende steht die Steuerberaterprüfung. Wie bereits erwähnt, stellt der Steuerberater die Kür der Branche dar und dementsprechend hart ist die Prüfung. Dies belegen die konstant hohen Durchfallquoten. Im Durchschnitt besteht nur etwa die Hälfte der angemeldeten Prüfungsteilnehmer das Examen im ersten Anlauf. Der Lernstoff ist immens und muss in den Klausuren sowie mündlichen Prüfungen passend abgerufen werden können.

Das Examen besteht aus drei jeweils sechsstündigen Klausuren und einer mündlichen Prüfung. Wer den schriftlichen Teil bestanden hat, wird im Folgejahr zur mündlichen Prüfung eingeladen. Hier müssen die Teilnehmer in 90 Minuten Fragen aus sechs Prüfungsgebieten beantworten. Darüber hinaus soll ein etwa zehnminütiger Vortrag zu einem gestellten Thema gehalten werden.

Das Thema dieses Vortrags kann der Bewerber aus drei verschiedenen Vorschlägen auswählen, die ihm kurz vor der mündlichen Prüfung vorgestellt werden. Es gibt dann etwa 30 Minuten Zeit, um den Vortrag vorzubereiten.

Getestet wird dein betriebs- und volkswissenschaftliches Wissen, aber auch Themen wie Umsatz- und Ertragssteuer, Bilanzsteuerrecht oder Verfahrensrecht. Um zu bestehen, ist eine gute Vorbereitung das A und O.

Die Steuerberaterprüfung darf höchstens zweimal wiederholt werden.

Prüfungsvorbereitung

Eine festgelegte Art der Vorbereitung wird nicht vorgeschrieben. Somit könnte man sich im Grunde genommen auch alleine mit dem Aneignen und Verinnerlichen des Prüfungsstoffs beschäftigen.

Empfehlenswert ist es hingegen, sich einem Vorbereitungskurs anzuschließen. Hier gibt es die verschiedensten Varianten der Vorbereitung: Fernlehrgang, Wochenend- oder Abendkurs.

Die durchschnittlichen Kosten für die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen betragen 10.000 – 15.000 Euro und du solltest insgesamt 1-2 Jahre für die Vorbereitung einplanen.

Karrieremöglichkeiten

Einen festen Karriereweg gibt es nicht. Nach der Prüfung kannst du entweder als angestellte*r Steuerberater*in in einer Kanzlei, in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten (Syndikus Steuerberater) oder dich selbständig machen.

In sehr großen Steuerkanzleien gibt es inzwischen meist feste Karrierestufen, die du nach der Prüfung durchläufst:

  • Zuerst beginnst du als Steuerassistent beziehungsweise Junior Tax Consultant.
  • Nach einigen Jahren kannst du zum Senior Tax Consultant aufsteigen. Also kleine Teams oder Projekte leiten und Selbständige beraten.
  • Nach fünf bis sechs Jahren Praxiserfahrung kommt die Manager Karrierestufe. Als Manager*in übernimmst du die Führung mehrerer Teams sowie Projekte und Sonderberatungen.
  • Die höchste Karrierestufe ist es, Partner in einer Gesellschaft zu werden.

Doch damit sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Das Steuerrecht ist sehr komplex und viele Steuerberater entscheiden sich eine Spezialisierung als Fachberater zu machen.

Als Fachberaters hast du die Möglichkeit, eine Spezialisierung auf bestimmte Gebiete mit einem amtlichen Titel abzurunden, wie etwa Steuerberatung für Ärzte oder Gastronomie.

Um einen Fachberatertitel tragen zu können, musst du einen Lehrgang von mindestens 120 Stunden mit drei Klausuren erfolgreich absolvieren, 30 praktische Fälle im jeweiligen Spezialgebiet bearbeitet haben und gegebenenfalls die beson­deren theoretischen und praktischen Kenntnisse in einem Fachgespräch bei der Steuerberaterkammer nachweisen.

Für weitere und vertiefende Informationen zu den einzelnen Berufsbildern, kannst du dich, je nach Bundesland, auf den Webseiten der Steuerberaterkammern umsehen.

(Stand: 19.08.2021)


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