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Berufsbild: Steuerfachwirt/in

Berufsbild: Steuerfachwirt/in

Im ersten Teil dieser Reihe haben wir dich über das Berufsbild Steuerfachangestellt/r  informiert. Dieser Artikel vermittelt dir die wichtigsten Informationen zum Berufsbild Steuerfachwirt/in.

Im Steuerwesen haben viele Menschen eins gemeinsam, sie sind ehrgeizig. Wenn auch du noch hoch hinaus willst, ist die Weiterbildung zur/ zum Steuerfachwirt/in vielleicht genau das Richtige für dich!

Denn als Steuerfachwirt/in trägst du viel mehr Verantwortung und kannst Büroleiter/in oder Abteilungsleiter/in werden. Wenn du deinen Job richtig gut machst, bestellt dich der oder die Kanzleiinhaber/in vielleicht sogar zu dessen Stellvertretung.

Außerdem verkürzt du mit der Fortbildung deinen Weg zur/ zum Steuerberater/in um 3 Jahre. Jährlichen Statistiken zufolge, haben ausgebildete Steuerfachwirt/innen des Weiteren erhöhte Erfolgschancen beim Bestehen der Steuerberaterprüfung.

Wie werde ich Steuerfachwirt/in?

Dieser Weg eignet sich besonders für ausgebildete Steuerfachangestellte, um die nächste Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen. Nach der Ausbildung benötigst du noch 3 Jahre praktische Berufserfahrung, um die Weiterbildung zu absolvieren. Hier gibt es viele Wege, die zum Ziel führen. Im Durchschnitt benötigt die Weiterbildung zur/ zum Steuerfachwirt/in 1-2 Jahre.

Du hast die Wahl zwischen berufsbegleitender Fortbildung im Teilzeit- oder Abendunterricht, mittels Fernlehrgang oder an Wochenendseminaren. Per Fernlehrgang benötigst du 18 Monate für die Fortbildung zur/ zum Steuerfachwirt/in. Da du hier selbstständig Arbeitshefte durcharbeitest, solltest du bei dieser Möglichkeit über ein hohes Maß an Disziplin und gutes Zeitmanagement verfügen.

Schneller geht es im Vollzeit-Modell, hier kannst du schon nach 2 Monaten die Prüfung bei deiner Steuerberaterkammer ablegen.

Klare Vorteile der berufsbegleitenden Varianten ist, dass du nebenbei Geld verdienen und Jahre an Berufserfahrung sammeln kannst, die du für die Zulassung benötigst. Die Kosten für diese Zusatzqualifikation liegen immerhin zwischen 1.500 und 3.100€.

Da du auch eine Prüfungsgebühr von ca. 350€ entrichten musst, kannst du zusätzlich staatliche Förderungen oder Zuschüsse von deinem Arbeitgeber beantragen.

Doch nicht nur Steuerfachangestellte haben die Möglichkeit, Steuerfachwirt/in zu werden. Ebenso verhält es sich bei folgenden Voraussetzungen:

  • du hast eine abgeschlossene Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte/r, Bankkaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau oder Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau und kannst 5 Jahre entsprechende Berufserfahrung vorweisen
  • oder du hast mindestens 8 Jahre einschlägige Berufserfahrung.

Die Prüfung besteht dann aus drei Klausuren und einem mündlichen Prüfungsteil. Für den Prüfungstermin musst du dich bei deiner jeweiligen Steuerberaterkammer informieren. Im besten Fall kannst du dort auch Musterklausuren zur Prüfungsvorbereitung finden.

Wo arbeiten Steuerfachwirt/innen?

Als qualifizierte Fachkraft arbeitest du im Büro, z.B. in Steuerbrater- oder Anwaltskanzleien, bei Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Steuerbevollmächtigten oder Unternehmensberatungen. Du kannst aber auch bei Mandanten vor Ort eingesetzt werden.

Das durchschnittliche Gehalt von Steuerfachwirt/innen liegt zwischen 2.100 und 3.000€. Bei richtig guter Verhandlung, kannst du gehaltstechnisch sogar mit Studienabsolventen mithalten. Natürlich ist die Höhe, wie immer, abhängig von Standort und Branche deines Arbeitsgebers, aber auch von deiner Berufserfahrung.

Wenn du dich lieber selbstständig machen möchtest, kannst du das als Steuerfachwirt/in ebenfalls tun. Zum Beispiel, indem du als freie/r Finanz- oder Lohnbuchhalter/in tätig wirst.

Welche Aufgaben haben Steuerfachwirt/innen?

Das Aufgabenfeld von Steuerfachwirt/innen ist breit gefächert. Du bist dann quasi die “rechte Hand” des Chefs, da du alle nötigen Vorbereitungen und Zuarbeiten o.Ä. triffst.

Weiterhin gehören folgende Tätigkeiten bei erfolgreich absolvierter Weiterbildung zur/ zum Steuerfachwirt/in in deinen Verantwortungsbereich:

  • Aufgaben der Lohn- und Finanzbuchhaltung
  • Steuererklärungen und Jahresabschlüsse erstellen
  • selbstständige Fallbearbeitung (z.B. bei außergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren oder Erbschaft- und Schenkungssteuerfragen)
  • Ansprechpartner/innen für anspruchsvolle Mandanten (inklusive Vorbereitung komplexer Beratungsgespräche), z.B.:
    • private Vermögensberatung von Mandaten
    • Fragen zum Thema der Existenzgründung
  • Schriftverkehr mit Finanzamt
  • Gruppenleiter/in oder Ausbilder/in

Die Weiterbildung zur/ zum Steuerfachwirt/in lohnt sich v.a. für Menschen mit großem Verantwortungsbewusstsein. Als persönliche Voraussetzungen empfehlen sich hier außerdem Spaß im Umgang mit Menschen zu haben und zusätzlich über Einfühlungsvermögen zu verfügen.

Der nächste Artikel dieser Reihe handelt von der Weiterbildung zur/ zum Bilanzbuchhalter/in bzw. „Bachelor Professional in Bilanzbuchhaltung“.

(Stand: 22.06.2021)


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