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Deine Rechte als Azubi rund um Berufsschule und Seminare

Deine Rechte als Azubi rund um Berufsschule und Seminare

Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten ist keine reine praktische Ausbildung. Der Besuch der Berufsschule gehört zu den Pflichten eines Auszubildenen. Auf der anderen Seite hast du natürlich auch das Recht die Schule zu besuchen und dein Arbeitgeber bzw. deine Arbeitgeberin müssen dich für den Unterricht freistellen.

Übrigens gelten alle Regelungen zum Thema Krankheit, Urlaub und Pausengestaltung auch für die Tage, in denen du zur Berufsschule gehst oder Seminare besuchst. Schau dir dafür unseren Artikel zum Thema “Wann und wie du dir in der Ausbildung frei nehmen darfst” an.

Berufsschule

Wenn der Berufsschulunterricht stattfindet, musst du in dieser Zeit natürlich nicht arbeiten. Deine Vorgesetzten dürfen dich nicht von deinem Berufsschulbesuch abhalten, weil du für jemanden einspringen sollst oder Aufgaben dringend erledigt werden müssen. Das ist auch nicht erlaubt, wenn du damit einverstanden wärst. Es gibt eine Berufsschulpflicht.

Je nachdem, wie die Berufsschule in deiner Stadt geregelt ist, gehst du entweder 1-2x pro Woche zur Schule oder hast Unterricht Blockform, also in mehreren aneinander hängenden Wochen.

Wenn ein “Block” mehr als 25 geplante Berufsschulstunden umfasst, musst du in der Woche nicht zusätzlich arbeiten. Nicht vor der Schule, nicht nach der Schule und schon gar nicht am Wochenende. Selbst wenn der Unterricht ausfällt, ist das irrelevant. Das ist ausdrücklich im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgelegt.

Anders sieht es aus, wenn du einmal pro Woche in die Schule gehst. An einem Tag, an dem 5 oder mehr Berufsschulstunden stattfinden, darfst du nicht beschäftigt werden.

Wenn du allerdings 2x wöchentlich Berufsschule hast, darfst du an einem Tag nach der Schule zur Arbeit gebeten werden, sogar wenn du 8 Stunden Unterricht hattest. Entscheidend ist in diesen Fällen deine wöchentliche Arbeitszeit (in der Regel 40 Stunden). Sollte es zu einer Zeitdifferenz kommen, darf dein*e Chef*in verlangen, dass du die Zeit nacharbeitest. Übrigens gilt in diesen Fällen die Fahrt von der Berufsschule zur Kanzlei als Arbeitszeit. Weil du von einer (theoretischen) Ausbildungsstätte in eine andere (praktische) Ausbildungsstätte fährst, ist die Fahrt eine betriebliche Fahrt.

Wenn die Schulstunden einmal ausfallen sollten, darfst du nicht einfach “blau machen”. Sollten z.B. die ersten 2 Stunden ausfallen, darf dein*e Chef*in verlangen, dass du in dieser Zeit Arbeiten in der Kanzlei erledigst.

Allerdings wird in den meisten Kanzleien hier auch mal ein Auge zugedrückt. Halte dich bei diesem Thema unbedingt an die kanzleispezifischen Regeln.

Seminare

Die Stunden eines Seminars, die auf deine gewöhnliche Arbeitszeit fallen, werden dir als Arbeitszeit angerechnet. Alles, was nicht in die Arbeitszeit fällt, ist Freizeit.

Das gilt besonders für Seminare, die in beidseitigem Einverständnis, also freiwillig, erfolgen. Sie sind somit nicht verpflichtend, qualifizieren dich aber zum Beispiel für deinen weiteren Berufsweg. Eine Fortbildung zum/zur Steuerfachwirt*in zum Beispiel gibt dir in der Zukunft bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auch ein höheres Gehalt. Also profitieren nicht nur deine Vorgesetzten davon, sondern auch du.

Handelt es sich um ein Pflichtseminar, zählt es voll umfassend zu deiner Arbeitszeit. Das gilt auch wenn das Seminar an einem Wochenende stattfindet. Für die entsprechende Zeit sollte dir ein Überstundenausgleich angeboten werden.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen: Berufsschule und Pflichtseminare gelten als Arbeitszeit. Freiwillige Seminare außerhalb der Arbeitszeit nicht.

Vor allem bei der Berufsschule gibt es immer wieder Diskussionen und Azubis versuchen ausgefallene Unterrichtsstunden frei zu nehmen ohne ihrer Kanzlei Bescheid zu geben. Das solltest du nicht tun. Spiele immer mit offenen Karten und setze nicht das gute Verhältnis in deiner Kanzlei wegen ein oder zwei freien Stunden aufs Spiel.

Unterm Strich willst du und dein*e Ausbilder*in doch das Gleiche: Dass du am Ende der Ausbildung bestens für das Arbeitsleben vorbereitet bist und alle fachlichen und praktischen Fähigkeiten hast, die ein echter Steuerprofi benötigt.

(Stand: 10.01.2022)


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